Wer sich beim ökologischen Fleischgenuss etwas Besonderes gönnen möchte, ist richtig bei Bioland-Bauer Peter Bruno: Neben Schaf- und Ziegenlamm, Schwein und Geflügel aus eigener Hofschlachtung findet man Spezialitäten alter Rinderrassen und Wild aus dem Klützer Winkel wie Reh, Wildschein, Rothirsch, Damwild und Mufflon.

So naturnah, wie Peter Bruno auf seinem alten Bauernhof im Landschaftsschutzgebiet an der Ostsee lebt, so natürlich sind die Tiere aufgewachsen, deren Fleisch- und Wurstspezialitäten er an seinem Marktstand anbietet. Je 400 Gänse und Enten weiden am Hof und planschen in Teichen, ehe sie als delikater Weihnachtsbraten zu den Kunden gelangen. Auch für die Lämmer findet sich ausreichend Platz auf den weiten Weideflächen im Leonorenwald, auf denen auch das Heu für die Tiere geerntet wird. Peter Bruno betreibt nach Bio-Standard eine der letzten Hofschlachtereien, auf diese Weise sind die Tiere keinerlei Transportstress ausgesetzt. Der Schinken wird selbst geräuchert, ebenso kommen Bratenaufschnitt, Salate, Frikadellen und Pasteten aus eigener Küche.

Im tierreichen Leonorenwald ist er Annahmestelle für Wild der regionalen Jäger. Besonderheiten wie Rothirsch und Mufflon werden so von ihm fachgerecht zerlegt und bereichern sein wechselndes Angebot. Zeitweise findet man bei ihm auch Stücke vom Wasserbüffel oder Heckrind, eine Auerochsen-Rückzüchtung. Die robusten Rinder laufen ganzjährig auf den Weiden und unterstützen die Landschaftspflege.

Ein breites Käsesortiment mit Schwerpunkt bei Schaf- und Ziegenkäse bietet auch den Käseliebhabern Gaumenfreuden besonderer Art. Darüber hinaus gibt es ein herzhaftes Imbissangebot, mit Suppen, Tarte, Grillwürstchen und Hühnerkeulen.

Den idyllischen Hof mit 80 ha betreibt Peter Bruno seit der Wende 1990. Er nutzte die Gelegenheit, sich auf den vorher genossenschaftlich betriebenen Landwirtschaftsflächen selbständig zu machen und seine Ideen vom Landleben zu verwirklichen. Der gelernte Hochseefischer und studierte Landwirt hatte zuvor selbst als Angestellter in einer LPG gearbeitet. Hier im Klützer Winkel fand er einen Hof mit Geschichte für sein eigenes Projekt vor. Der 250 Jahre alte Bauernhof ist weitgehend im Ursprungszustand erhalten. „Für den Betrieb musste ich praktisch von Null anfangen“, beschreibt der Unternehmer die Herausforderung. Anlagen für Tierhaltung und Milchverarbeitung mussten geschaffen, ein Stall neu gebaut werden. „Dabei hatte ich den Anspruch, dass er im Stil zum Hof und in die Landschaft passt“, erklärt Peter. Das ganze Anwesen mit den reetgedeckten Gebäuden, natursteingepflasterten Wegen und mehreren Teichen fügt sich romantisch in das Waldgebiet ein. Ein kleines Häuschen steht für Feriengäste zur Verfügung. Bis zur Ostsee sind es nur 4 km und Peter möchte das Angebot für Urlauber gern weiter ausbauen. „Unsere Gäste dürfen in den Teichen auch selbst angeln und sich einen Barsch oder Karpfen herausziehen“, lädt Peter ein.

Den Hof bewirtschaftet er zusammen mit drei Mitarbeitern, auch seine zwei erwachsenen Söhne, die hier leben, helfen gelegentlich mit. Für vier Tage in der Woche kommt Peter mit dem Marktwagen nach Hamburg. Im Verkauf erfüllt er zusammen mit Mitarbeiterin Korinna Kundenwünsche und pflegt Kontakte. Um Transportwege zu sparen, bewohnt er die halbe Woche ein Zimmer in Ottensen, die Ware wird in einer angemieteten Kühlzelle frisch gehalten.

„Es ist schön, auf diese Weise das Leben auf dem Land und in der Stadt genießen zu können“, freut sich Peter. Trotz hohen Arbeitspensums gelingt es ihm, das Leben mit allen Facetten auszukosten – hier die idyllische Natur, dort das quirlige Flair, das kulturelle Angebot und der Schnack mit den Kunden.