Götz Hardtke und Alexandra Hagios, beide mit dem Hintergrund medizinischer Berufe, ist gesunde Ernährung schon lange ein Anliegen. Mit ihrem mobilen Tante-Emma-Laden bieten sie eine kundennahe Versorgung mit einem breiten Naturkostsortiment – und dazu viele handgemachte Köstlichkeiten aus der eigenen Produktion.
Selbst gemachte Nudeln, Antipasti und Salate, Quiche, Kuchen und Marmelade, dazu um die 60 Käsesorten, Brötchen und Brot, hochwertige Olivenöle, Gewürze, Kaffee, Tee und viele andere Naturkostwaren lassen keine Wünsche offen. Und wenn doch mal etwas fehlen sollte: „Einfach danach fragen, wir können alles bestellen“, empfiehlt Alexandra. Nähe zum Kunden ist den beiden ein zentrales Anliegen.
Schon bevor sie den Marktwagen hatten, waren sie in der Branche aktiv: Fünf Jahre lang betrieben sie einen Bioladen in Hamburg. Als sie erfuhren, dass der langjährige Öko-Wochenmarkt-Anbieter Naturkost Jähncke Nachfolger suchte, ergriffen sie ihre Chance zur Weiterentwicklung. „Lebensmittel selbst herzustellen macht uns Freude, wir können dabei handwerklich und kreativ tätig sein und wissen genau, wo unsere Zutaten herkommen“, erklärt Götz. Obst und Gemüse beziehen sie von Gunnar Söth, Gut Wulksfelde und Gut Wulfsdorf, die Eier von Hof Hasenkrug. Oliven und Schafskäse legen sie selbst ein. Das Rezept für die traditionelle Knoblauch-Creme haben sie vom Vorgänger übernommen. Und immer wieder fließen neue Ideen ein, wird ein neuer Salat oder ein leckeres Dessert angeboten.
Durch die lange und intensive Einarbeitungszeit hatten die Kunden Gelegenheit, die Nachfolger gut kennenzulernen. Die Mühe lohnte sich – die Stammkundschaft ist den beiden treu geblieben und Neukunden lassen sich gern von Qualität und Vielfalt des Sortiments überzeugen. Auch die persönliche Art des Umgangs, den Plausch beim Einkauf, schätzen viele Kunden. „Es gibt ja immer mehr Lebensmittelketten mit billiger Massenware und anonymer Abfertigung“, bemängelt Götz. „Wir wollen der Entfremdung entgegenwirken.“
Alexandra erinnert sich: „Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und irgendwann gab es dort keinen Laden mehr.“ Die Idee eines fahrenden Ladens, mit dem man den Menschen gute Produkte vor die Haustür bringen kann und in mehrfacher Hinsicht Lebensqualität schafft, begeisterte die beiden. Dazu kam der Reiz, immer an wechselnden Standorten zu arbeiten und immer wieder mit anderen Menschen zu tun zu haben. Und das Arbeiten an der frischen Luft – „Wir arbeiten ja praktisch unter freiem Himmel“, freut sich Götz. Nur der erste Winter, der ungewöhnlich hart war, während sich der Betrieb erst noch einspielen musste, war eine Nagelprobe, die die beiden jedoch mit unermüdlichem Einsatz gut meisterten. Das Eingebundensein in die Marktgemeinschaft empfinden die Jungunternehmer auch als Unterstützung: „Man ist kein Einzelkämpfer, man hat immer Austausch mit netten Kollegen und eine schöne Marktatmosphäre.“
Und schon gibt es Pläne zur Weiterentwicklung des Betriebs: „Unsere Produktionsküche ist noch längst nicht ausgelastet“, erklärt Götz, „hier würden wir gerne noch mehr für größere Abnehmer produzieren, wie Restaurants, Betriebskantinen oder Wiederverkäufer.“ Was die beiden dabei noch bremst, ist die Schwierigkeit, geeignete Mitarbeiter zu finden. „Wenn jemand mit Lust und Engagement dazukäme, könnten wir die Produktion jederzeit ausbauen“, offeriert Götz. Und weitere Aktivitäten sind in der geräumigen Küche denkbar: „Wir würden hier zum Beispiel gerne mit Kindergruppen Kekse backen.“ Auch ein Tag der offenen Tür steht auf der Planungsliste. Um ihre Leitidee für Klein und Groß sinnlich begreifbar zu machen: „Der Mensch ist, was er isst!“