Das umfangreiche Sortiment von Andreas und Miriam Dreymann mit Fleisch von Rind, Schwein, Lamm und Geflügel sowie rund 100 Sorten Wurst und Schinken ist zu 100 % aus eigener Herstellung. Der Betrieb arbeitet nach den strengen Demeter-Richtlinien und verarbeitet zum Großteil die Tiere des Demeterhofes Gut Wulfsdorf.

In dem breitgefächerten Angebot kommen ebenso die Liebhaber deftiger Hausmannskost mit Leberwurst, Mett und Kohlwurst auf ihre Kosten wie die Fans mediterraner Spezialitäten wie die spanische Chorizzo oder die würzige Merguez. Bei dem vielfältigen und saisonal variierenden Angebot spürt man die Freude der Handwerker an der kreativen Arbeit. „Indem wir alles selbst machen, haben wir auch die beste Kontrolle über Qualität und Geschmack unserer Produkte“, erklärt Andreas Dreymann. Dabei ist ein wichtiger Faktor die Frische der Rohware. Die Tiere werden montags geschlachtet und kommen bereits am Dienstag verwurstet in den Verkauf. „Unsere neue ungebrühte Rostbratwurst produzieren wir täglich frisch – und das schmeckt man!“ sagt Andreas.

Bei der Herstellung wird auch streng darauf geachtet, dass nur Zutaten in die Wurst kommen, die auch für Allergiker verträglich sind. „Nitrit und Phosphate kommen bei der Demeter-Herstellung sowieso nicht hinein“, erklärt Andreas, „wir halten unsere Produkte außerdem auch frei von Gluten und Fremdeiweißen, z. B. von Milch, Soja und Geschmacksverstärkern.“ Die verwendeten Gewürze sind natürlich alle aus biologischem Anbau. Aber nicht alle sind in Demeter-Qualität verfügbar.

Pro Jahr wandern eine Menge ausgesuchter Tiere wie Lämmer, Rinder, Schweine und Geflügel durch die fachkundigen Hände der Dreymanns. Fast alle der Tiere, die sie verarbeiten, stammen aus Demeter-Aufzucht. „Hier werden Tiere nicht nur artgerecht gehalten, sondern wesensgerecht“, erläutert der Fleischermeister, „das bedeutet z. B. dass die Kühe ihre Hörner behalten, weil es ihrem Wesen entspricht.“ Das Geflügel, das er vom Bauckhof bezieht, wird dort nach eigenen besonders konsequenten ethisch-ökologischen Richtlinien aufgezogen. Die Baucks verzichten auf die eigentlich gestattete 10-prozentige Soja-Zufütterung und päppeln ihre Küken mit den eigenen gekochten und zerstampften Eiern auf. „Wenn man Tiere schon isst, sollte man den Lebewesen gerecht werden“, findet Andreas. Diese konsequente Haltung zieht sich durch die ganze ethisch und ökologisch ausgerichtete Betriebsphilosophie der Dreymanns.

Die meisten seiner Tiere werden bei der Fülscher Fleisch KG in Elmshorn geschlachtet, ca. 40 km von dem Betrieb der Dreymanns und dem Herkunftshof Wulfsdorf entfernt. „Das ist der nächstgelegene Schlachter, der bio-zertifiziert ist und gleichzeitig Spitzenqualität liefert“, sagt Andreas. Es werden höchste Hygienestandards eingehalten und die Tiere werden vor der Schlachtung human durch CO2 betäubt. Unmittelbar danach gehen sie zur Weiterverarbeitung zu Dreymann. Manche Stücke lässt Andreas an der Luft noch eine Weile reifen, „die Steaks werden durch dieses dry aged-Verfahren zarter“, erklärt er.

In der Herstellung und Vermarktung arbeitet er mit zehn Mitarbeitern zusammen, meist sind noch zwei bis drei Auszubildende dabei. Die Nähe zu den Kunden ist ihm wichtig, deshalb steht er die halbe Woche in der Produktion und die andere halbe Woche selbst auf dem Markt. Außer den Öko-Wochenmärkten beschickt er auch städtische Wochenmärkte und den Hofladen von Gut Wulfsdorf sowie inzwischen auch den Großhandel. Im Raum Hamburg und Stormarn liefert er seine Waren auch auf Bestellung ins Haus.

Den Beruf des Fleischers hat Andreas von Haus aus gelernt: Im elterlichen Betrieb im Harz ließ er sich wie der Vater zum Fleischermeister ausbilden. In Hamburg lernte er weitere Fleischereibetriebe kennen und landete schließlich beim Öko-Pionier Bioland-Frischfleisch Fricke. Mit wachsender Erfahrung keimte der Wunsch nach Eigenständigkeit auf. 2002 ergriff er gemeinsam mit seiner Frau  die Gelegenheit als eigenständig arbeitender Hofmetzger und gründete den eigenen Betrieb auf dem Gut Wulfsdorf. Beider Lust am Gestalten entfaltet sich ebenso im Kreieren der eigenen Produkte wie im Bau eines Imbisswagens, an dem die Kunden die Neuschöpfungen auf den Märkten in Eppendorf donnerstags und samstags frisch und heiß verkosten können. „Wir planen auch, in hochwertigen Naturkostläden eigene SB-Regale einzurichten“, erzählt Andreas. Der Bedarf ist da, und „die immer wiederkehrenden Lebensmittelskandale zeigen uns, dass wir das Richtige tun“, stellt Andreas fest. Ein herzhafter Biss in Dreymanns knackfrische Rostbratwurst macht jedenfalls klar: ihr Vorleben muss ein glückliches gewesen sein!