Bernd Kolbe hat aus seiner Überzeugung und Liebe zur Natur einen Beruf gemacht. Mit der Fülle an Blüten und Düften aus seiner Biogärtnerei in Altengamme öffnet er die Sinne und das Bewusstsein dafür, dass florale Lebensqualität direkt vor unserer Haustür wächst.

Blumen, die unseren Alltag bereichern, sind im Handel meist weitgereiste Produkte, die mit großen Mengen an Pestiziden und hohem Wasserverbrauch aufgezogen wurden. Bernd Kolbe und seine Frau Ingetraut Harden, die seit 1995 ihre Bioblumen-Gärtnerei in den Vier- und Marschlanden betreiben, zeigen mit der Fülle ihrer Blütenpracht, dass es auch anders geht. Übers Jahr ziehen die Biogärtner auf 11.000 qm über hundert Sorten Blumen – und der Kunde findet ein saisonal wechselndes Angebot an Schnittblumen und liebevoll gebundenen Sträußen am Marktstand. Zur Weihnachtszeit gibt es Adventskränze und -gestecke aus natürlichen Materialien, Tannenbäume mit oder ohne Ballen und Tannengrün. Selbergärtner finden Kräuter-, Beet- und Balkonpflanzen, Blumenzwiebeln, ökologische Blumenerde für Blumen oder Kräuter und organischen Dünger im Programm.

Was nicht selbst gezogen wird, wie Kräuter und Stauden, wird von Biobetrieben der Region zugekauft. Bernd Kolbe sieht hier noch Entwicklungspotenzial und motiviert Gärtnerkollegen zum Auf- und Ausbau eines Biopflanzenprogramms. „Der Bedarf ist da, man muss hier nur gezielt Nachfrage erzeugen“, erklärt er. Immer mehr Menschen wollen nicht länger unterstützen, dass ihre Produkte über tausende Kilometer per Flugzeug anreisen. Auch wächst die Sensibilität für die Art der Erzeugung. Blumen, bei deren Aufzucht Erde, Grundwasser und Arbeiter vergiftet werden, machen dem bewussten Genießer keine rechte Freude.

Gegenüber den Bio-Lebensmitteln ist die Aufzucht von Bioblumen allerdings noch eine kleine Nische – und Bernd Kolbe ein Pionier mit Leidenschaft. „Die Natur in ihrer wunderbaren Vielfalt zu erhalten – das war schon immer meine Überzeugung. In meinem eigenen Garten habe ich richtig romantisch mit dem Gärtnern angefangen“, erklärt der Naturfreund. Dann kam Tschernobyl – und in Bernd Kolbe, damals noch als Informatiker tätig, wuchs das Bedürfnis, etwas für die Gesundung der Erde zu tun. Wenige Jahre danach lernte er seine Frau Ingetraut kennen, die eine Gärtnerei besaß. Das Gelände lag weitgehend brach und der Boden war unbelastet, so dass der Aufbau einer Biogärtnerei innerhalb eines Jahres vonstatten gehen konnte. Seit 1996 sind „Kolbes Bio-Blumen“ zertifizierter Bioland-Betrieb und ebenso lange mit eigenem Marktstand auf dem Öko-Wochenmarkt.

Jährlich im Juli, zur schönsten Blütezeit, können Kunden und Interessierte Einblick in den Anbau der Bio-Gärtnerei nehmen. Zwischen den Beeten stromern, Blütenschätze entdecken und bei Kaffee und Kuchen Interessantes über Aufzucht und Pflege erfahren, bereichert die Sinne ebenso wie das Umweltbewusstsein. „Leute, die einmal auf dem Hof waren und die gesehen haben, was wir hier leisten, die werden unsere Stammkunden“, freut sich Bernd Kolbe. Seine Blumen sind die schönsten Botschafter von Lebensqualität für alle Beteiligten – Natur, Erzeuger und Genießer.