Die Fülle an leckerem Gemüse aller Art kommt aus den fleißigen Händen eines gutgelaunten Mitarbeiterteams – und das hat gute Gründe. Bettina und Oliver Holst schaffen nicht nur fürs Gemüse gute Wachstumsbedingungen, sondern ebenso für die Menschen, die mit Freude und Engagement die vielfältigen Genüsse für die Kunden produzieren.
„Alles außer Kohl“ wird in der 6 ha großen Gärtnerei auf Gut Wulksfelde selbst gezogen: 15 Sorten Salat, 20 verschiedene Kräuter, Möhren, Spinat, Mangold, Radieschen und die ganze Fülle an Sommergemüse von der Aubergine bis zur Zucchini. „Für Kohl ist einfach der Boden zu leicht und sandig“, erklärt Oliver Holst, den bezieht er von dem befreundeten Bio-Landwirt Christiansen.
In 4000 qm Gewächshausfläche gedeihen die wärmeliebenden Gemüsepflanzen. Saison ist bereits ab Januar, wenn die Jungpflanzen angezogen werden. „Dass wir unsere Pflanzen aus den Samen selbst ziehen, ist nicht selbstverständlich“, betont Oliver, „aber so sparen wir eine Menge Kosten und Sprit für die Jungpflanzenanlieferung.“ Der sparsame Umgang mit Ressourcen ist den Gärtnern wichtig. Nach und nach werden die Folientunnel umgestellt auf Thermogewächshäuser. Die sind besser gedämmt und haben eine automatische Lüftung, so dass auch das Klima für die Pflanzen gesünder ist. Das Gemüse dankt es mit geringerem Pilzbefall und höheren Erträgen. Und die Mitarbeiter haben weniger Arbeit.
Im Lager wird das geerntete Gemüse über eine 10 KW-Solaranlage gekühlt. Über die Hälfte des Energieverbrauchs wird so über die Sonne erzeugt und ohne Umweg übers Stromnetz direkt abgenommen. „Praktischerweise brauchen wir ja am meisten Energie, wenn die Sonne am stärksten scheint“, schmunzelt Oliver. Die Beheizung der Gewächshäuser soll auch bald umweltfreundlicher werden. „Das benachbarte Kompostwerk soll ein Blockheizkraftwerk bekommen, dann könnten wir CO2-neutral mit der Abwärme heizen“, erklärt der Gärtner.
Außer Oliver und seiner Frau Bettina sind drei Gesellen und drei Auszubildende in der Gärtnerei tätig, weitere neun Mitarbeiter im Marktverkauf. Dazu kommen immer mal wieder Praktikanten, die hier reichlich Erfahrungen sammeln können. „Wir haben hier tolle, engagierte Leute und das ist sicher auch so, weil wir uns um gute Arbeitsbedingungen kümmern.“ Die Philosophie der Gärtner, pfleglich mit der Arbeitskraft umzugehen, zahlt sich für den Betrieb in jeder Hinsicht aus. „Wenn die Mitarbeiter mit Freude bei der Sache sind, ist der ganze Betrieb gesund und leistungsfähig, deshalb ist es für uns erstrebenswert, diesen Kreislauf in Gang zu halten.“ Beispielhaft erzählt Oliver von der selbstentwickelten Neuerung einer Feldsalat-Pflanzmaschine, die das ansonsten mühsame Setzen tausender Jungpflanzen sehr erleichtert. „Auf unserer Website kann man ein Video davon ansehen.“ Sohn Felix erklärt hier in vielen selbstgedrehten Kurzfilmen den Besuchern, wie in der Gärtnerei gearbeitet wird.
Das gute Betriebsklima und die Effizienz sorgen dafür, dass Oliver auch mal Luft hat für Experimente. So probiert er gerade aus, auf einer halben Gewächshausfläche Wasser- und Honigmelonen zu ziehen. Auch wenn die Pflanzen sich vielversprechend entwickeln, ist es mehr Spaß als Wirtschaftsfaktor. „Hamburger Honigmelonen, das ist doch eine tolle Sache!“ freut sich Oliver. Die neue Spezialität geht ebenso wie das übrige Gemüse in den Marktverkauf und in den Hofladen, außerdem gibt es einen Lieferservice, der fast 2000 Kunden regelmäßig mit einer leckeren Biokiste versorgt.
Die Gärtnerei auf dem Hamburger Gut unmittelbar vor der Stadtgrenze gründeten Bettina und Oliver 1997. Der studierte Physiker wollte sich zunächst in Richtung Selbstversorgung orientieren. Bei seiner landwirtschaftlichen Ausbildung auf Gut Wulksfelde lernte er seine künftige Frau kennen. Die ehemalige Pädagogin hatte sich nach der Wende neu orientiert und zur Gärtnerin ausgebildet. Als das Gut Betreiber für die Gemüseaufzucht suchte, ergriffen die beiden die Gelegenheit und starteten das eigene Unternehmen – zunächst mit einem halben Hektar Anbaufläche. „Nach und nach sind wir dann weiter gewachsen, aber ganz natürlich, ohne große Planungsziele“, erzählt Oliver.
Das unmittelbar am Alsterlauf gelegene Gut Wulksfelde bietet für Besucher viele Attraktionen als Ausflugsziel. Ganzjährig gibt es auf dem Hof viele Veranstaltungen wie Bauernmärkte, Feriencamps, Verkostungen und Mitmach-Angebote wie Kartoffelbuddeln auf dem Feld. Auf den Hoffesten werden auch Führungen in der Gärtnerei angeboten. Im Frühsommer können hier selbst Erdbeeren geerntet werden, bis in den Herbst hinein gibt es Blumen zum Selbstpflücken. Ein Tiergarten neben dem Hofladen mit Ziegen, Schafen, Eseln, Kaninchen und Meerschweinchen zum Streicheln zieht vor allem die kleinen Besucher an. Selbstgärtner kommen gerne zu den Jungpflanzen-Markttagen an vier Samstagen im April und Mai. Mit dem Einkauf geben die Mitarbeiter gleich fachliche Beratung für eine erfolgreiche Aufzucht mit auf den Weg. Bei Kaffee und Kuchen genießen die Gäste das blühende Treiben in der Gärtnerei. Und nehmen jede Menge Inspiration für gesundes Wachstum mit nach Hause.