Die in Nordfriesland von Dirk Eggers hergestellten Gaumenfreuden lassen die Liebe, Kreativität und das Qualitätsbewusstsein ihres Schöpfers auf der Zunge zergehen. Selbst affinierte Käsespezialitäten, verschiedenste Frischkäsecremes von scharf bis pikant bis zu verführerischen Backwerken wie der Mohn-Marzipan-Rolle – alles aus eigener ökologischer Produktion – werden kulinarisch ergänzt durch edle Weine, Oliven, Antipasti und die Fülle von insgesamt 150 Käsesorten.

Dirk Eggers, im Hauptberuf Molkereimeister in einer handwerklichen Bio-Rohmilchkäserei, hat sich im Nebenberuf mit seiner Spezialitätenproduktion eine kreative Spielwiese geschaffen. Hier tüftelt der gelernte Koch an immer neuen Geschmackskombinationen, die besten Schöpfungen gehen dann in sein Kundenangebot ein. So entwickelt er eigene Käsespezialitäten, die es ausschließlich bei ihm zu kaufen gibt. Ein Renner ist z. B. der „Nordländer“, ein cremig-würziger Genuss nach einem Bergkäserezept. Oder die Blauschimmelschöpfung „Azurino on heaven“, die in französischem Dessertwein gereift ist. Manche Spezialitäten sind saisonal: „Im Winter stelle ich getrüffelten Ziegenbrie her, der kommt gut an“, freut sich der Feinkostkünstler.

Als Molkereimeister kennt er genau die Praktiken der Käseherstellung, auch im konventionellen Betrieb. „Bei der ökologischen Käseherstellung spielt die Fütterung der Tiere und damit die Milchqualität eine große Rolle“, erklärt er. Gelangen etwa durch Verunreinigungen im Futter unerwünschte Bakterien in den Käse, wird in der konventionellen Produktion mit Zugabe von Salpeter gegengesteuert, um unerwünschte Blähungen zu verhindern. Salpeter wird jedoch durch Erhitzen – z. B. beim Überbacken mit Käse – in das als gesundheitsschädlich geltende Nitrit umgewandelt. Mit anderen Chemikalien werden die Eiweißausbeute der Milch erhöht, der Käse gefärbt oder die Oberfläche gegen Schimmelbildung behandelt. All das ist tabu in der ökologischen Käseherstellung, da wird gegebenenfalls ein geblähter Käse dann schlicht entsorgt. Überdies: „In der industriellen Käseherstellung ist alles mechanisiert, ich habe keine Möglichkeit, handwerklich einzuwirken“, stellt Dirk Eggers fest. „Viel spannender ist es für mich, mit dem lebendigen Naturprodukt zu arbeiten – hier sehe und fühle ich die Qualität und kann den Käse individuell zu einem Spitzenprodukt entwickeln.“ Diesen Maßstab legt er auch an bei dem umfangreichen Sortiment, das er aus kleinen, handwerklich arbeitenden Biokäsereien zukauft.

Die Gourmet-Käsetafel komplettiert eine persönliche Auswahl an Rot- und Weißweinen aus Frankreich, Spanien und Südafrika, auch ein paar Italiener sind dabei. Das komplette Angebot ist konsequent biologisch, auch ökologische Aspekte wie Transportwege hat Dirk Eggers im Blick. Aber auch weitere Qualitäten spielen für ihn eine Rolle, deshalb empfiehlt er gerne, die sehr guten südafrikanischen Weine mal zu verkosten: „Mit diesem fair trade-Produkt wird auch die einheimische Bevölkerung unterstützt“, erklärt er. Und er lässt es sich nicht nehmen, den Kunden Top-Genüsse zu bieten: „Die Rohmilch-Sauerrahmbutter von Robert Strasser aus Oberösterreich ist die Beste, die man zur Zeit bekommen kann.“

Auch Familientraditionen fließen in seine Erzeugnisse ein. „Meine Mutter stammt aus dem früheren Ostpreußen und meine Frau Agnes ist Polin, da wird viel mit Mohn gebacken.“ So entstand nach Mutters Rezept die leckere Mohnrolle mit Marzipan, mit angenehm sanfter Süße. „Das liegt daran, dass wir das Rohmarzipan nicht mit Zucker strecken, wie das im konventionellen Bereich gemacht wird“, sagt Dirk Eggers. Frau Agnes verkauft die Schöpfungen des Mannes auf den Märkten mit viel Hingabe, denn sie weiß genau, was alles an Liebe und Können in den Produkten steckt: „So wie er liebt, so kocht er“, lacht sie. Am Kontakt mit den Kunden hat sie ebenso viel Freude, wie Sohn Pascal, der bereits als Jugendlicher ganz selbstverständlich in den Familienbetrieb hineingewachsen ist. Auch die Tochter arbeitet engagiert im Verkauf mit – „Wir sind ein reiner Familienbetrieb“, betont Dirk Eggers.

Seit 2007 betreiben die Eggers ihr Geschäft und wieviel Herzblut darin steckt, wird spürbar in dem Bekenntnis: „Der Laden ist unser Baby!“ Und noch viele Ideen warten auf Verwirklichung. „Ich habe mal Pralinen aus Ziegenfrischkäse mit Schokoüberzug ausprobiert“, schmunzelt Dirk Eggers. Das Ergebnis war vielversprechend, aber für die entsprechende Erweiterung der Angebotspalette war bisher nicht genug Zeit. „Gut wäre, Kooperationspartner für den Verkauf in Hamburg zu haben“, überlegt der Handwerker – dann bliebe mehr Zeit fürs Kreative und gleichzeitig könnte er einen größeren Kundenkreis mit einem erweiterten Sortiment der „Friesischen Feinkost“ beglücken.

Und eine weitere Idee treibt den Genussmenschen um: Unter dem Stichwort „Rent-a-cheese-man“ visiert er an, sein umfangreiches Wissen und seine kulinarischen Inspirationen in Gesellschaften als Käse- und Wein-Moderator anzubieten. „So könnte aus einer normalen Geburtstagsfeier ein spannender Abend mit neuen Anregungen werden!“ Dass die Begeisterung des Gourmetkünstlers überspringen wird, ist gewiss.